Yeha – Debre Damo – Adigrat

Dann verlassen wir Axum und fahren Richtung Osten durch archaische Landschaften, Terrassen-Felder, einzelne riesige Bäume (Schirmakazien und Ficus), Viehherden, Buckelrinder, Kinder beaufsichtigen die Schafe und Ziegen. Wenn wir mal anhalten, um hinter einem Busch zu verschwinden – gerade ist niemand zu sehen – laufen sofort aus dem Nichts Kinder zusammen, und nix ist es mehr mit ‚hinterm Busch verschwinden’. Wo kommen die nur immer her, grad war doch weit und breit niemand zu sehen? Wir zählen die anwesenden Kinder, Addis lässt sie nach Größe aufstellen, und es werden Kugelschreiber und Schreibblöcke aus Birgits Vorrat verteilt. Noch während wir die Sachen verteilen, hat sich die Kinderschar schon verdoppelt, es langt nicht für alle. Eigentlich sollte man Tonnen von Kinder T-Shirts mitbringen, sie könnten sie so nötig brauchen. Wo bleiben eigentlich all die Kleidersammlungen aus Europa? Trotzdem wirken die Kinder sauber, wir sehen keine Rotz-Aufzüge unter den Nasen wie in Nepal.

2014 - Äthiopien 05 - Fahrt von Axum nach Yeha

Wir besuchen den Yeha-Tempel bzw. seine Ruinen im Baugerüst mit einem (nutzlosen) lokalen Führer. Es ist übrigens fast überall notwendig, einen lokalen Führer zu engagieren – eine von der Regierung geförderte Arbeitsbeschaffungs-Maßnahme. Leider werden diese Führer aber nicht immer ihrer Aufgabe gerecht…

Der Tempel ist aus vorchristlicher Zeit (7.Jhdt v.Chr.) und der Eindruck wird durch das Gerüst gewaltig gestört. Interessant ist in einem Nebengebäude das kleine Museum mit uralten Büchern, die für uns zur Besichtigung aufgeschlagen werden. Mich beeindruckt wieder mehr die wundervolle Landschaft und die vielen Blüten-Sträucher rund herum, über uns kreisen große Raubvögel, in den Blütenbüschen ab und zu ein bunter Vogel und Schmetterlinge. Hier auf dem Parkplatz Toyota Allradler in Reih und Glied geparkt, mit Glück kommen wir um diese große Touristengruppe herum.

2014 - Äthiopien 06 - Yeha und Fahrt nach Debre Damo

Wir erreichen Debre Damo, ein Kloster auf einem Felsen-Plateau, das nur über Seil-Kletterei zu erreichen ist. Wir steigen bis unter die Kletterstelle auf, schauen dann einigen Jugendlichen zu, die hier zum Spaß rauf- und runter-klettern, aber wir haben keine Lust, uns die Knochen anzuschlagen und dann zum Trekking außer Gefecht zu sein. Also nur die Aussicht genießen und uns von Addis die Geschichten dazu erzählen lassen. Nach der Legende wurde der äthiopische Heilige Abuna Aregawi im 6.Jhdt durch eine von Gott gesandte Riesenschlange auf das Feldplateau gehoben, um dort eine Einsiedelei zu gründen.

Dann haben wir die Idee, zu einer anderen Kirche aufzusteigen, die wir in der Nähe bei der Herfahrt in einem Paß zwischen 2 Felsen gesehen haben. Der Bus hält, Addis fragt jemanden aus dem Dorf, und schon steigen wir durch abgeerntete Felder, finden den Pfad zu der Kirche, die sehr bunt gestreift und mit einer Metall-Skulptur auf dem Dach malerisch zwischen den Felsen liegt.

Die Kirche bleibt verschlossen, aber der Platz ist eine Schau: spektakuläre Tiefblicke und Aussichten in die Gegend, Felsklötze wie im Monument-Valley, manchmal kann man oben eine Kapelle erahnen, wie kommt man da hinauf? Addis erzählt, dass wohl noch gar nicht alle Kirchen entdeckt sind. Zufrieden steigen wir wieder ab, wir haben “unsere” eigene Kirche besucht, ohne Reiseführer-Anleitung.

2014 - Äthiopien 07 - Debre Damo und Umgebung

Weiterfahrt entlang einer tief eingeschnittenen Schlucht hinauf zu einem Paß von fast 3.000 Metern, die Luft wird kühl. Dann auf der anderen Seite hinunter nach Adigrat, wo wir etwas außerhalb in der Dämmerung auf schlechter Piste zu einer schön gelegenen Lodge kommen, einchecken, alles sehr hübsch, schade, dass wir hier nur über Nacht bleiben. Das Restaurant ist schön mit Holz und Naturmaterialien, nur am Service hapert’s. Wir bekommen eine Menükarte mit vielfältigen Wahlmöglichkeiten in die Hand gedrückt, aber entweder gibt’s das Gewünschte nicht, oder die Serviertochter kommt noch mal und sagt, der Koch weiß nicht, was das ist… Für Drei von uns kommt dann nach langer Zeit doch noch was Brauchbares, nur Birgit ist vom Fisch enttäuscht, er ist zäh – wie kriegt man Fisch zäh??? Und der “Fruchtsalat” zum Dessert bringt uns nochmals sehr zum Lachen: eine Banane in der Schale für jeden!

2014 - Äthiopien 08 - Fahrt nach Adigrat, Agoro Lodge

Weiter zu den Tigray-Kirchen …

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