Trekking Simien-Mountains

Nachmittags fahren wir von Gondar in die Semien-Berge, die Fahrt ist wieder aussichtsreich und spektakulär. Die Simien-Mountains-Lodge liegt traumhaft und ist wirklich nobel, wir genießen den Sonnenuntergang auf 3.300 Meter Höhe, den offenen Kamin mit Feuer, die höchste Bar in Afrika und einen Film über einen Biologen, der seit 7 Jahren die Gelada Affen in den Semien-Bergen studiert. Für die kalte Nacht bekommen wir noch eine Wärmeflasche ins Bett!!!

2014 - Äthiopien 20 - Fahrt von Gondar zur Simien Lodge

Am nächsten morgen kann Lim die erste Etappe mit uns gehen, es geht vorwiegend abwärts entlang der Abbruch-Kante durch Lobelien, Baum-Erika und Baum-Johanniskraut, wir treffen auf eine Gruppe Geladas, unsere Freunde sitzen mittendrin und können nicht aufhören zu fotografieren. Wir sind alle glücklich, dass Lim das miterlebt.

Wir werden dann noch eine halbe Stunde zum Startplatz des eigentlichen Trekking gefahren. Dort treffen wir die Maultiere und unsere Mannschaft und wir verabschieden uns von Lim mit den besten Wünschen für seine Genesung und ein paar lockeren Anspielungen auf die hübsch gezöpfelten Mädels hier. Wir wandern los in Begleitung von unserem Addis, dazu einem jungen lokalen Führer und einem älteren Herrn, der ein Gewehr trägt. Der junge kennt sich immerhin mit dem Blumen und Sträuchern aus, leider ist es mir nicht gelungen, ein Blumenbuch aufzutreiben, weder vorher im Internet noch unterwegs in einem Laden. Unterwegs sehen wir Busch-Böcke und Klippspringer und immer wieder fliegen Lämmergeier über uns hinweg und beeindrucken uns mit ihrer immensen Spannweite.

Wir kommen zu einem Aussichtspunkt mit spektakulärem Blick auf einen Wasserfall, hierher fahren auch Touristen-Jeeps auf der Piste und lassen die Touristen kurz zur Aussicht aussteigen. Danach sind wir alleine, machen Picknick mit Lunchpaket und Aussicht und gehen stundenlang die alm-artige Landschaft bergauf, überqueren den Bach, der zum Wasserfall führt, kommen zu einem Dorf mit Tukuls, der Weg zieht sich und bietet keine Abwechslung. Wir machen nochmals eine Pause, denn wir merken die Höhe beim Gehen schon. Aber dann sehen wir das Camp – Hütten mit Wellblechdach auf einer Hochfläche und einige 20 Zelte. Hier ist es plötzlich windig und kalt, aber wir können in der Koch-Hütte essen, und wir haben andere Zelte als beim Lalibela-Trek bekommen, kurzer Kontroll-Blick, doch, sie sind größer und wirken solider. Unsere Freundin hat leider nun ihr großes Zelt alleine, keiner wärmt sie. Ich sitze im Zelt mit Aussicht und schreibe Tagebuch (wir erleben sooo viel, dass ich mit dem Schreiben nicht nachkomme), um die Zelte sitzen große Raben, immer paarweise, und nähern sich gerne auf der Suche nach etwas zum Stibitzen. Jo und unsere Freundin machen noch einen kleinen Aufstieg auf den nahegelegenen Gipfel “Kedalit” und kommen in der Dunkelheit begeistert zurück, sie waren wieder inmitten eines Rudels Affen, der Sonnenuntergang eine Schau.

Unser Koch (wir kennen und schätzen ihn schon vom vorigen Trek) tischt wieder allerlei Leckereien auf, wobei ich mich am meisten über die heiße Suppe und die Pommes Frites freue. Heute gibt es sogar eine Flasche äthiopischen Weins!

2014 - Äthiopien 21 - Simientrekking Tag 1

Am nächsten Morgen Frühstück in der Sonne, unter Aufsicht der Raben, wir nehmen uns Zeit und lassen die große Gruppe Norweger vorausgehen, damit wir dann die Landschaft für uns haben. Wir genießen es schon sehr, als “Kleingruppe” unterwegs zu sein und nicht im Gänsemarsch mit 15 oder mehr Leuten. Heute ist es ein Spaziergang, schon nach 2 gemütlichen Stunden haben wir den Aussichtsgipfel erreicht, von dem grad die Norweger absteigen, so dass wir dort wieder alleine sind. Dann soll es eigentlich bereits im kleinen Bogen zurück zum Camp gehen, aber wir überreden unsere Begleiter, immer weiter an der Kante entlang bis zum äußersten Ende zu gehen – da geht sonst niemand, sagen sie. Wir erreichen unser Ziel nicht ganz, dazwischen liegt eine sumpfige Senke, wo man von einem Grasbüschel zum nächsten balancieren müsste, und die Zeit reicht nicht. Aber wir freuen uns an dieser Exkursion, alleine (mit unseren 3 Begleitern) in der weiten Landschaft, nur Lobelien und Affen um uns herum. Nachmittags sind wir zurück im Camp, bekommen Tee und Nüsse, und zur Dämmerung steigen wir nochmal – heute alle gemeinsam – auf den Aussichtsberg “Kedalit”, wieder traumhafter Sonnenuntergang über dem weiten Land. Wir beobachten, wie die Affen-Horde vom Plateau zu ihren Schlafplätzen in der Steilwand absteigen, die Jungen klettern und kullern die Felswände hinab, man kann sich nicht satt sehen.

 

2014 - Äthiopien 22 - Simientrekking Tag 2

Am nächsten morgen Zeltabbau und Aufbruch, heute geht’s zum nächsten Camp, Chenek, vorbei an unserem gestrigen Aussichts-Berg, dann hinab in ein Tal mit Lobelien, Aufstieg durch einen lichten Wald, die Bäume sind dicht mit Flechten behangen, und dann immer die aussichtsreiche Kante entlang.

Unterwegs treffen wir auf einige Kinder, die ein überschaubares Angebot von Souvenirs anbieten, Flechtsachen, kleine Kreuze, unsere Freundin ist immer auf der Suche nach Mitbringseln. Hier verteilen wir noch ein paar Hotelseifen und eine Sonnenmütze von mir, die Kinder wirken nicht begeistert, sie sollten wohl eher Bargeld mit nach Hause bringen. Ich lästere noch, dass unsere Sachen wohl auch gleich in die Auslage kommen, und tatsächlich, am nächsten Tag sehen wir einen jungen Führer mit meiner orangeroten Mütze.

Der Hauptweg führt langweilig entlang des Bergzugs über die Lobelien-Hochfläche durch die Almlandschaft, doch wir halten uns abseits des Wegs immer an der Abbruch-Kante entlang, jede Ecke bietet neue spektakuläre Aussichten. Mittags Lunchpaket unter Aufsicht der Raben (als Jo sich von seinem Rucksack entfernt, rücken sie sofort nach….), dann Abstieg zum Camp Chenek, das auch von der Piste anfahrbar ist, ein alter stinkender Laster quält sich grad vorbei. Trotzdem ist das Lager recht schön gelegen zwischen Lobelien und bietet eine schöne Aussicht und eine von einem kleinen Jungen betriebene Handpumpe, um sich zu waschen. Abendessen im Küchen-Tukul, heute gibt’s zum Dessert frittierte Bananen(!), dann wie immer früh ins Bett.

2014 - Äthiopien 23 - Simientrekking Tag 3 bis Chenek

Dann unser “Gipfel-Tag”, heute besteigen wir den 4.430m Meter hohen Bwahit, der zweithöchste in den Semien-Bergen. Wieder immer der Kante entlang, teilweise etwas Kletterei über die Felsen, und dann sehen wir ein Rudel Steinböcke, einige sehr große Tiere mit riesigen Hörnern, und ein paar Junge sind auch dabei. Addis erklärt, dass sich die Bestände seit ein paar Jahren erholen und vergrößern, der Nationalpark hat positive Auswirkungen.

Unter Schnaufen erreichen wir den Gipfel, man merkt die Höhe schon. Außer uns sind noch 3 Franzosen hier, wir unterhalten uns ein bisschen, einer kommt aus unserer Gegend, sie sind alle so um die 80 Jahre alt – das sind Vorbilder! Abstieg durch die Lobelien, hinter uns stiegen schon die Wolken auf und verhüllen unseren Gipfel, wir waren genau zum rechten Zeitpunkt oben. Heute frühes Abendessen, die Mannschaft packt schon zusammen, damit wir morgen früh zurückfahren können.

2014 - Äthiopien 24 - Simientrekking 4 - Bwahit Tagestour

Am nächsten morgen ist es grau, die Berge stecken in Wolken, was hatten wir für ein Glück mit dem Wetter! Zelte und Gepäck zusammenpacken, ins Fahrzeug verstauen, heute haben wir einen richtigen Bus, damit die ganze Mannschaft mit Küchenutensilien und Zelten reinpasst. Die Piste ist ziemlich schlecht, eine lange Schaukelei bis Debark, wo wir unsere Mannschaft verabschieden mit einer Verteilung von Trinkgeldern und unserer Sachen. Wir verschenken unsere beiden Rucksäcke, einige Berghosen, Jacken, Hemden und Flies-Pullis, unsere Freundin hat dicke Anoraks zum Verschenken mitgebracht, wovon sich unser alter Gewehrträger einiges einpackt. Freude bereiten auch meine T-Shirts und Hosen, für die Freundinnen der Jungs, aber die Sonnenbrillen kommen nicht so gut an, die trägt hier keiner.

Hier noch ein Kartenausschnitt mit unserer Trekkingroute:

Simien Trek GPS-Tracks (gezeichnet)

Weiter an den Tana-See …

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