Bahir Dar und Tana See

Auf der Rückfahrt aus den Simien-Bergen machen wir noch einen kleinen Abstecher zum Wolkefit-Paß, der in unserem Reiseführer als sehenswert gepriesen wird. Dazu laufen wir noch 10 Minuten durch den Wald, um dann in die Landschaft zu sehen, unser Zweit-Führer erzählt aus seiner Kindheit aus einem Dorf hier in der Gegend, da habe er Leoparden gesehen. Am Bus zurück, erfahren wir, dass wir am Zwillingsreifen eine Reifenpanne haben, wir können noch bis Debark fahren. Dort wird der Reifen gewechselt, während wir uns die 1,5 Std. Wartezeit erst mit Kaffeetrinken und Straßenszenerie anschauen vertreiben, dann mit einigen Kindern Flieger falten von den verteilten Schreibblöcken. Endlich kommt der Bus und es geht weiter, in Gondar holen wir Lim im Hotel ab mit großer Wiedersehensfreude. Es geht ihm besser, aber erst seit gestern fühlt er sich wieder ok, die Entscheidung war richtig, er hat sich die Zeit in Gondar angenehm vertrieben, fürs Trekking wäre er zu schwach gewesen. Wir bekommen Mittagessen auf der Hotelterrasse, während in den Bergen ein Gewitter aufzieht, prima Timing!

2014 - Äthiopien 25 - Fahrt Simien Mountains - Bahir Dar

Dann geht die Fahrt nach Süden, zum Tana-See, den man schon auf der Fahrt in der Ferne glitzern sieht. Wieder kommen wir erst in der Dämmerung in Bahir Dar an, die Hauptstraße eine riesige Baustelle mit 20cm hoher Kante, Fahrer und Führer starren in die Dunkelheit nach einer Möglichkeit, ohne Achsbruch in die richtige Seitenstraße abzufahren. Endlich finden sie die Abzweigung, steigen aus und Addis dirigiert den Bus zentimeter-genau über die aufgeschütteten Stellen, dann sind wir da. Ein wunderbarer subtropischer Hotelgarten mit riesigen Bäumen und netten Hütten empfängt uns, Bahir Dar liegt auf 1.900 Meter, es ist milder. Im Restaurant sind wir fast alleine, der Service auch… Aber nachher sitzen wir noch am offenen Feuer auf der Terrasse und trinken eine Flasche äthiopischen Weins, lauschig.

Am nächsten Morgen wieder früh raus, zum Frühstück doppelt gebackener Toast, man nennt das wohl Zwieback… Dann geht’s zum See, Bootsfahrt zur Insel zur Kirchenbesichtigung. Kaum im Boot, sehen wir Pelikane, ganz nah, und archaische Papyrus-Boote.

Der See ist groß, aber das Wasser hat eine lehmbraune Farbe, nicht einladend zum Bade, außerdem gibt’s hier Bilharziose. Wir tuckern die Inseln entlang, sehen verschiedene Vögel, dann anlanden, durch den Wald mit riesigen Bäumen, Addis erklärt und zeigt uns Kaffee-Sträucher, einige Affen klettern oben rum, man kann sie nicht genau erkennen. Der Weg ist gesäumt mit Souvenir-Ständen, einer am anderen, die meisten sind allerdings noch am auspacken, dank Addis Planung sind wir etwas vor dem Touristen-Andrang unterwegs. Die Kirche Ura Kidane Meheret (16.Jhdt.) hier ist anders, ein Rundbau, leider mit Wellblech-Dach, aber im Innern sind die Wände über und über mit Malereien bedeckt.

Addis und ein lokaler Führer erzählen die Geschichten, die die Bilder darstellen, einige sind uns bekannt, Altes Testament, das haben wir doch mal in unserer Kindheit gehört… Im angrenzenden Garten werden in der Schule der Kirche angehende Priester unterrichtet, Kinder und Jugendliche sitzen im Schatten und rezitieren und Singen aus den alten Büchern vor, ab und zu korrigiert von einem Aufseher/Vorsänger. Auch hier “dürfen” wir spenden. Der Rückweg zum Boot durch die Souvenir-Shop-Gasse wird zum Spießrutenlaufen, jetzt sind sie alle im “hello look here” Modus, und es sind sehr viele….

Das Boot bringt uns um die Ecke zur nächsten Kirche, Azoa Maryam, diese noch mit Natur-Dach, im Inneren dieselbe bunte Bilder-Vielfalt, die Darstellungen die gleichen wie in der vorigen Kirche – diese Bilder erzählen das alte Testament und lokale religiöse Legenden für Analphabeten! Dann wieder Boots-Fahrt zurück, diese Stunde ohne große Ereignisse, ein Pelikan. Landung direkt am See-Restaurant, sehr schön mit Blick auf den See.

2014 - Äthiopien 26 - Tana See mit Inselkirchen

Dann fahren wir auf ziemlich übler Staubpiste eine Stunde zu den Nil-Wasserfällen, wo uns der nächste nutzlose Führer durch die Felder zu den Wasserfällen begleitet. In einem kleinen Boot überqueren wir den Fluss, der Führer erzählt was vom Krokodil – wir lachen ihn aus, aber auf der Rückfahrt ist tatsächlich eins am Ufer zu sehen. Die Nilfälle werden grad von einer großen Touristen-Gruppe angesteuert, überall wuselt es, die Fälle sind immer noch eindrucksvoll, obwohl jetzt viel Wasser für ein Kraftwerk abgezweigt wird. Die Gischt sprüht bis zu uns herüber.

Dann entdecken wir noch eine lange Hängebrücke, die wir natürlich noch testen müssen, und auf der anderen Seite ergibt sich noch ein anderer schöner Blick auf die Fälle. Hier sieht man auch auf den Fluß, wie er ruhig fließend über die Ebene kommt und sich dann donnernd über die Fälle ergießt. Zur Dämmerung staubige Rückfahrt durch den ländlichen Verkehr, Menschen, Vieh, Lastwagen. Jo und Birgit machen dann aus dem fahrenden Bus noch die Foto-Orgie zum Sonnenuntergang mit Schirm-Akazien.

2014 - Äthiopien 27 - Nilfälle

Leider ist die Zeit wieder zu knapp für einen Bummel in Bahir Dar, das im Reiseführer mit mediterranem Flair beschrieben wird. Heute gibt’s auch keinen Wein am offenen Feuer auf der Restaurant-Terrasse, denn wir müssen morgen um halb 5 Uhr aufstehen für die lange Fahrt nach Addis Abeba und heute Abend noch alles vorbereiten und packen.

Weiter nach Addis Abeba …

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