6. Punakha und Thimpu

Am nächsten Morgen erwartet uns schon ein Kleinbus, wir verabschieden die Mannschaft, Übergabe der Trinkgelder und Geschenke, Händeschütteln, Abschiedsfotos. Dann stiegen wir in den Bus und bringen 4 Stunden Fahrt nach Punakha hinter uns, die Landschaft verändert sich, Felder und Obstplantagen, es wird wärmer.
In Punakha gibt’s erstmal Mittagessen in einem Restaurant, wo wir seit langem wieder mal jede Menge Touristen treffen, dann besichtigen wir den Fruchtbarkeitstempel „Chimi Lhakhang„, zu dem wir entlang von vielen Souvenir-Shops mit Pimmeln in allen Formen und Farben laufen. Hier ist wirklich Tourist-Country mit allen seinen Auswirkungen. Vor dem Tempel unter dem großen Pipal-Baum stehen die Touristen-Gruppen, jede mit ihrem lokalen Führer im traditionellen Gho und bekommen alle dieselben Stories erzählt – ‚in our culture we believe that…..‘ Inmitten des Gewusel meditiert voll-konzentriert eine Gruppe Japaner – bewundernswert!


Und dann werden wir zu dem riesigen Punakha Dzong gefahren, der malerisch am Fluß liegt. Hier wird sogar geraftet! Der Dzong ist in seinen immensen Ausmaßen wahrlich überwältigend, im Innenhof strömen die Menschenmengen durcheinander. Unsere Freundin ist sehr interessiert an allen Details, läßt sich sämtliche Darstellungen auf den großen Thankas genau erzählen. Um 5 Uhr verlassen die Touristen den Hof, die Mönche in ihren roten Roben kehren zurück und mit ihnen die beschauliche Stille. Unser Hotel liegt erhöht über Punakha mit tollem Blick auf den beleuchteten Dzong. Wir gönnen uns ein Bier zum Abendessen, zu dem alle frisch geduscht und in ziviler Kleidung erscheinen.


Am nächsten Tag geht unsere Fahrt Richtung Thimphu, unterwegs halten wir am Dochu La, einem Platz mit 108 Stupas und mindestens genauso vielen Touristen-Bussen. Leider ist der angepriesene Bergblick „abgeschaltet“, es ist uns wegen Dunst und Wolken kein Abschiedsblick auf die Himalaya-Berge gegönnt, unter denen wir 10 Tage unterwegs waren. Dann geht es weiter nach Thimphu, Hauptstadt von Bhutan und Boomtown, die Baustellen fressen sich in die Landschaft. Wir besuchen den neugebauten großen, über 50 Meter hohen Dordenma-Bhuddha, für den eine Plattform in die Landschaft gefräst wurde, die Baumaschinen rosten nebenan vor sich hin. Die Vergoldung fällt schon ab (oder wird von den Besuchern abgekratzt?) – wir sind von dem Projekt nicht so überzeugt.
Wir bummeln durch die ‚City‘, kaufen ein paar Souvenirs und genießen den Besuch der riesigen Markthalle, hier gibt es unendlich viele Obst-und Gemüse-Sorten frisch und in allen Formen und Farben, Bhutan hat nicht nur hohe Himalaya-Berge, sondern auch ein subtropisches, fruchtbares Tiefland. Dann werden wir zum hiesigen Dzong gefahren, dem Regierungssitz, den man nur abends eine Stunde lang besichtigen kann, entsprechend steht hier eine endlose Schlage Besucher an, die alle durch ein Sicherheits-Gate müssen. Dieser Dzong sieht für uns aus wie alle anderen, enorme Ausmaße, aber nichts Neues, abgesehen davon, dass es der Regierungssitz ist
In der Innenststadt von Thimpu amüsieren wir uns über die tänzerische Eleganz des Polizisten, der den Verkehr an der einzigen geregelten Kreuzung dieser Stadt reguliert. Laut unserem Führer gab es einen Test, die Kreuzung mit einer Ampel zu regeln, das wurde aber von der Bevölkerung nicht akzeptiert…

Die Nacht im Hotel über Thimphu verläuft ruhig, obwohl wir vor den vielen Hunden und ihrem nächtlichen Gebell gewarnt wurden. Frühstück nehmen wir auf der Terrasse, die mit blühenden Büschen umgeben ist, es gibt Mangos!
Dann werden wir zum Besichtigungs-Programm abgeholt, wir schauen uns die Handwerks-Schule an, wo junge Leute in traditionellen Gewand die immer gleichen, traditionellen Muster malen, schnitzen, töpfern und sticken. Im angrenzenden Shop kann man dann das Gesehene erstehen….


Zum Abschied soll zum festlichen Abendessen noch der Chef der Reiseagentur kommen – es ist eine Lady! Wir unterhalten uns angeregt mit ihr über ihren Werdegang, und dann erscheint exclusiv für uns eine traditionelle Tanzgruppe – ich war vorher etwas skeptisch (man hat seine Erfahrung mit derlei Darbietungen), aber die Vorführung war allererste Sahne, Tempeltänze, wie wir sie in Ladakh im Kloster gesehen hatten, sowie Tänze und Gesänge der verschiedenen Regionen Bhutans, wirklich schön und mit Begeisterung vorgetragen.

 

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