1. Paro und Umgebung (Drukgyel Dzong, Tigernest und Kyichu Lhakhang)

In Kathmandu traf uns der Dritte-Welt-Schock voll, obwohl wir ja schon 5 mal da waren. Es war staubig, schmutzig, laut und hektisch, dicker Smog hing über dem Tal. Allerdings hatten wir im Anflug die Gelegenheit, das Himalaya-Panorama zu genießen, da der Flieger 5 mal die Runde machte. Nun wurden wir abgeholt und ins Hotel gebracht, wobei es uns verwehrt wurde, uns frisch zu machen, da aus dem Wasserhahn grün-schwarze Brühe floß. Wir machten dann nur einen kurzen Bummel in der Nähe des Hotels, um Mineralwasser (zum Zähneputzen) und Rum fürs Trekking einzukaufen, ansonsten vermieden wir es, diese Luft einzuatmen und uns vor dem Trekking die Atemwege zu ruinieren.

Am nächsten Morgen ging es früh wieder zum Flughafen für den Flug nach Paro. Der machte seinem Ruf alle Ehre, wir flogen am Himalaya-Panorama zum Greifen nah vorbei (und saßen auf der richtigen Seite!).

Auch hier mußten wir die Visa-Prozedur durchstehen, Geld wechseln, dann trafen wir draußen unseren Führer Yeshi, der uns im traditionellen Gewand, dem Gho, empfing. Nun ging es sofort zu dem Besichtigungen, zuerst zum Jangtsa Dumtseg Lhakhang, einem ruhigen Tempel, an dem die Einheimischen an den Gebetsmühlen drehten. Dann weiter zum Rinpung Dzong und zum Nationalmuseum.

Nach einer kleinen Kaffee-Pause in ‚Paro City‘ wurden wir zum Hotel gebracht, etwas außerhalb, idyllisch, ruhig und neu. Und gleich nebenan der Drukgyel Dzong, wohin wir noch einen Spaziergang machten. Entgegen der überall zu lesenden Beschreibung entsteht aus den Ruinen gerade ein neuer Dzong. Wir genießen die Stimmung und erkunden alleine den Hügel mit der Baustelle. Die Arbeiten werden im traditionellen Baustil und alter Handwerkskunst ausgeführt.

Am nächsten Morgen geht es zur bekanntesten Sehenswürdigkeit Bhutans, dem „Tigernest“ Taktshang Klakang. Auf dem Parkplatz stehen schon sehr viele Fahrzeuge, daneben der ‚Fuhrpark‘ der Pferde, die man sich für den Aufstieg mieten kann – es riecht nach Pferdemist. Wir gehen zu Fuß, der Weg ist steil und ausgetreten und von weggeworfenen Plastikflaschen dekoriert. Wir gehen zügig, Yeshi will natürlich unsere Kondition testen. Nach einer Stunde erreichen wir das Teehaus, wo wir wie alle anderen eine Pause machen, von hier hat man schon einen schönen Blick auf den Tempel, der wie unwirklich an der Steilwand klebt. Von jetzt wird der Pfad schmaler, es gibt viele Treppen, wir gehen unter zahllosen Gebetsfahnen durch und können nicht aufhören, zu fotografieren. Unterwegs kommen wir an einer von Wasser angetriebenen Gebetsmühle vorbei.

Wir erreichen das Gebäude, zur Besichtigung ziehen wir die Schuhe aus und folgen Yeshi durch mehrere Räume mit Buddha-Statuen etc…. Wie in allen Tempeln Bhutans ist auch hier das Fotografieren in den Innenräumen verboten – etwas schade, aber sonst würde sicherlich die Atmosphäre (Stichwort „Selfie“…) noch mehr gestört. Obwohl sehr viele Touristen hier sind, geht es in den einzelnen Tempeln recht ruhig zu, wir lauschen Yeshis Erklärungen, an sein Englisch müssen wir uns etwas gewöhnen. Von der Terrasse haben wir einen Blick in die 900 Meter abfallende Steilwand unter uns, wirklich eindrucksvoll, wie hier dieser Tempel hingeklebt wurde. Yeshi erzählt uns, daß der Weg ursprünglich nur ein fußbreiter Pfad in der Steilwand ohne jegliche Sicherung war.

Auf dem Rückweg halten wir wieder am Teehaus zum Essen. Zurück am Parkplatz will Yeshi mit uns sofort zum Talende zum Ausgangspunkt unseres Trekkings fahren. Unsere Freundin hat jedoch aus unserem Programm entnommen, daß wir noch einen wichtigen Tempel in Paro auf dem Programm haben. Yeshi will irgendwie nicht, er sagt was von ‚nothing to see‘, aber wir lassen nicht locker und werden zurück nach Paro gefahren. Der Kyichu Lhakhang ist ein alter Tempel mit ehrwürdiger Atmosphäre, drumherum blühen verschiedene Bäume in zartrosa und weiß, ein schönes Bild, auch im Inneren strahlt der Raum Würde aus. (Später sehen wir dann, daß es alleine über diesen Tempel ein ganzes Buch gibt, er sei einer der wichtigsten Tempel in Bhutan, von wegen ‚nothing to see‘…). Wir erfahren nebenbei, dass unser Fahrer heute noch an die Indische Grenze fahren muss, um dort die nächsten Touristen abzuholen, deshalb wollte er wohl Zeit sparen und die Besichtigung des Kyichu Lhakhang nicht machen.

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