6. Tag – Dimmuborgir, Hverfjall, Namafjäll, Dettifoss, Godafoss

Island Route 6

Am nächsten Morgen wollen wir von den Lavaformationen von Dimmuborgir auf den Tuffkrater Hverfjall steigen. Der Weg ist vereist, wir schnallen uns unsere Grödeln an und gehen durch die düstere Lava-Landschaft unter einem tiefen, grauen Himmel. Dann geht’s aufwärts, auch hier helfen die Grödeln, denn auf der rutschigen Asche kommen wir damit deutlich angenehmer vorwärts. Oben angekommen, bläst uns der Wind fast wieder rückwärts runter – nur schnell ein paar Fotos machen, dann nix wie runter. Inzwischen hellt sich der Himmel auf, wir haben einen wunderbaren weiten Blick auf die umgebenden schneebedeckten Berge, und die Lavatürme sehen jetzt auch markanter aus. Nächstes Ziel ist das Namafjäll, ein buntes Solfataren-Feld, überall raucht und blubbert es. Wir bleiben aber am Rande, denn die Touristen, die uns entgegenkommen, haben ihre Schuhe bis zu den Knöcheln mit dem Matsch eingesaut – heute nicht schon wieder Schuhe putzen…

Wir machen uns auf den Weg zum Dettifoss, eine Stunde Straße durch endlose weiße Weite, immer wieder Schneeverwehungen. Aber bis zum Parkplatz am Dettifoss ist die Straße geräumt, und wir machen uns nach den üblichen Vorbereitungen (alles anziehen, Reißverschluß dichtmachen, Mütze und Handschuhe anziehen) auf den Weg zum Wasserfall, es gibt Spuren, aber unterwegs denken wir an die Geschichten von Arved Fuchs und Reinhold Messmer auf ihrem Weg zum Nordpol (oder war es der Südpol?), so unendlich weit und einsam ist die Gegend, so unbarmherzig bissig ist der Wind. Dann sehen wir Gischt, einen zarten Regenbogen, dann stehen wir an der Kante über dem Dettifoss. Ich finde den berühmten Wasserfall eher enttäuschend, zwar breit und mächtig, aber lehmig-braunes Wasser, auch der Schnee an den Ufern ist von der Gischt verdreckt. Aber die Fahrt und der Eindruck der Weite hat die Fahrt gelohnt. Wir fahren zurück zum Myvatn und umrunden ihn, Ponys an den Ufern, Wasservögel in den Buchten, sanfte verschneite Hügel – alte Vulkankrater. Der nächste Wasserfall, Godafoss, direkt an der Hauptstraße, gefällt uns wesentlich besser – klares grünes Wasser, in der Mitte ein vereister Felsen. Vor hier könnte man auf einer Piste ins Landesinnere brettern – im Sommer… Island, wir kommen wieder!

Unser heutiger Übernachtungsplatz liegt an einem Freilichtmuseum mit alten Torfdach-Häusern an einer Bucht gegenüber von Akureyri, der „Hauptstadt“ von Nord-Island.

2015 - Island 6

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