3. Tag – Dyrholaey, Skaftafell, Svinafellsjökull, Jökulsárlón

Island Route 3

Wir machen uns wieder auf die Ringstraße zur nächsten Sehenswürdigkeit, Dyrholaey bei Vik, ein Felsplateau mit ausgespülten Felsen-Strukturen an der Südküste über schwarzem Lavastrand, gepeitscht von weißer Gischt. Unser früher Aufbruch lohnt sich, wir sind vor den Touristen da, ein traumhafter Eindruck dieses Ortes mit der aufgehenden Sonne über dem Nebel, aus dem die Felsen herausragen. Als wir wegfahren, kommen die ersten Touristen-Fahrzeuge. Wir sehen hier viele weiße Sing-Schwäne und ein Paar schwarze Schwäne mit roten Schnäbeln. Außerdem sind an den Steilküsten überall möven-artige Vogel zu sehen, sie sitzen schon paarweise in den Felswänden und schweben im Wind.

Wir machen einen Abstecher nach Vik, einem hübschen Ort, von hier aus kann man im Sommer das Gletschergebiet Myrdalsjökull erkunden. Wir gehen einkaufen und tanken, bevor wir in den einsameren Osten von Island weiterfahren. Auf der Fahrt sehen wir Rentiere auf den Weiden, sie kreuzen vor uns die Straße. Ab und zu sehen wir einsame Einzelgehöfte verstreut in der Weite, es ist weit bis zum nächsten Nachbarn und noch weiter in den nächsten Ort, und die Winter sind lang, ein einsames Leben hier… Die Berge ragen sofort hinter der Küste aus dem Meer, eindrucksvolle dunkle Gestalten, ab und zu fällt ein Wasserfall über die Kante, alles überragt von einem endlosen magischen Weiß, die Gletscher sind riesig, die steinigen Fluß-Täler auch. Alles scheint hier weiter, größer, endloser, auch abweisender. Hier begegnet einem nur noch selten ein Auto.

Wir machen eine kleine Wanderung in Kirkjubaejarklaustur, steiler Aufstieg entlang einem Wasserfall, oben ein kleiner See Systravatn. Schilder informieren uns, dass hier früher ein Nonnenkloster war – arg abseits…. Beim Abstieg besuchen wir das sogenannte „Kirchenpflaster“, eine Basaltstruktur mitten in der Wiese – wir finden es nicht sooo spektakulär, wie es im Führer beschrieben wird.

Nächste Sehenswürdigkeit ist der Gletscher Skaftafell, kurzer Abstecher von der Ringstraße, großer Parkplatz, Informationszentrum, geteerter Fußweg zum Gletscher, jede Menge Touristen…. Inzwischen hat sich der Himmel zugezogen, alles wirkt Grau in Grau, deshalb verzichten wir darauf, den Wasserfall Svartifoss gleich nebenan anzuschauen, wir entdecken dafür gleich ums Eck am Ende einer weiteren Piste den nächsten Gletscher Svinafellsjökull. Wir empfinden ihn wesentlich eindrucksvoller, im Gletschersee schwimmen kleine Eisberge, man kann auf der Moräne ein Stück entlang des Gletschers aufsteigen, bevor sich die Wegspuren verlieren. Hier sind wir fast alleine, auch das verstärkt den Reiz. Wir überlegen, ob wir schon hier übernachten, aber es ist noch etwas früh, wir können noch weiterfahren, nächstes Ziel ist der Gletschersee Jökulsárlón direkt an der Ringstraße. Aber die Fahrt zieht sich, wir kommen erst in der Dämmerung an, steigen noch über die Moräne und stehen dann an dem riesigen Eissee, dahinter ahnt man den kilometerbreiten Gletscher. Im Sommer kann man auf dem See zwischen den Eisschollen mit einem Ausflugs-Boot fahren, wir genießen die Einsamkeit heute Abend – schade nur, dass alles so grau ist. In der Nacht hören wir, dass es anfängt zu regnen.

2015 - Island 3

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