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Archive for the ‘Reiten’ Category

Wandern und Reiten in Norditalien

Ein neuer Reisebericht ist fertiggestellt mit dem Schwerpunkt auf eine Reitwoche auf dem Reiterhof Vallebona, Toskana.

Viel Spaß beim Lesen!

Ausritte mit “Criollos im Hegau” und in Süssenmühle bei Überlingen

Ende April waren wir aus familiären Gründen für zwei Wochen in Radolfzell am Bodensee und suchten uns im Internet Möglichkeiten zum Ausritt, um auch in dieser Zeit unsere Reiterfahrungen zu erweitern. Zwei Angebote schienen uns interessant und wir vereinbarten jeweils einen Termin für einen 2-stündigen Ausritt.

Der erste Ausflug ging zu den “Criollos im Hegau”.

Dort wurden wir von Anja Voigt freundlich empfangen und durften gleich “unsere” Pferde begrüßen und striegeln: Renate bekam die Friesen-Stute “Jerry” (eine Ausnahme in der Criollo-Herde des Hofs) und ich eine zierliche braune Criollo-Stute. Schon bei der Pferde-Pflege zu Beginn waren die Unterschiede der beiden frappierend: Jerry hat “Suppenteller”-Hufe und meine Stute dann eher Tee-Tassen 😉 Die Pferde wurden mit Western-Sätteln und Zaumzeug ohne Gebiß sowie mit “offenen Zügeln” aufgezäumt.

Zusammen mit einem weiteren Reitgast und mit Anja als Führerin ging es dann in den frühlings-grünen Buchen-Wald des Hegau. Anja kennt jeden Winkel, Forstweg und Waldpfad und führte uns auf abwechslungsreicher Strecke mit wenig Straßen-Überquerungen und nahezu ohne Asphaltstrecke. Die Pferde waren äußerst sensibel, reagierten bereits auf fast nur “gedachte” Gewichtsverlagerung und Schenkeldruck und das Reiten mit dem gebißlosen Zaumzeug und offenen Zügeln war angenehm, auch psychologisch empfand ich es als schön, das Pferd mit sanften Mitteln zu kontrollieren.

Wir hatten sehr viel Gelegenheit zum Traben, was unsere Kondition ordentlich herausforderte. Renate hatte beim Leichttraben mit dem langsamen, weit ausholenden Schritt ihrer Friesen-Stute zu kämpfen, weil sie dabei immer lange Stand-Phasen hatte, was viel Kraft kostete, besonders weil Jerry wenig Impuls gibt zum Aufstehen. Ich dagegen hatte mit der Criollo-Stute ein Pferd mit hoher Schritt-Frequenz und das schnelle Auf-und-Nieder zusammen mit einem etwas kantigen Sattel und dazu noch Falten in der Reithose verschaffte mir prächtige Wundstellen in der Kniekehle…

Trotzdem – es hatte uns so sehr gefallen, dass wir nach dem Ende des Ausritts gleich einen weiteren Termin gegen Ende unseres Radolfzell-Aufenthalts vereinbarten. Bei diesem Ausritt baten wir um andere Pferde und so bekam ich die große Friesen-Stute ”Jerry” und Renate bekam die hübsche gescheckte Criollo-Stute “Sarah”. Wieder mit Anja als Führerin gings los, wobei uns als viertes Pferd noch das Fohlen von Anjas Stute begleitete – ein reizendes munteres Tier, das brav in der Gruppe mitging. Mit Rücksicht auf das unerfahrene Fohlen vermieden wir diesmal noch konsequenter jede Autostraße und bummelten genussvoll über Wiesen und durch den Wald. Wir mussten uns nur manchmal durchsetzen, wenn den Pferden die “grüne Versuchung” der frischen Wiesen und des Maiengrüns im Buchenwald zu sehr in die Nase stach. Die Auswahl der Pferde war diesmal deutlich passender für uns – Jerry machte mir viel Freude mit ihrem ruhigen Schritt (“in der Ruhe liegt die Kraft”) und auch Renate war mit ihrer Sarah entspannt und zufrieden unterwegs. Am Ende des wunderschönen Ausritts hatte ich nicht einmal neue Stellen wundgerieben – was will man mehr!

Album anzeigen Und hier noch ein Filmchen, das uns in Action zeigt:

Einige Szenen von unseren Ausritten mit "Criollos im Hegau" bei Gailingen. Leider ist die letzte hübsche Trabsequenz recht kurz – trotzdem "Danke" an Kamerafrau Anja!

Unser zweiter Reitausflug führte uns zu Susanne Kühne mit ihrem Reiterhof Reittherapie Sipplingen, wobei wir hier nicht therapeutische Hilfe suchten, sondern Susannes Angebot zum Westernreiten wahrnehmen wollten. Der Hof liegt wunderschön eingebettet in herrliche Obstwiesen ganz in der Nähe zum Bodensee. Susanne kam mit den Pferden gerade von einem Ausritt zurück und so konnten wir die gesattelten Pferde gleich übernehmen, ohne die Prozedur der Pflege und des Aufsattelns. Die Pferde waren mit Western-Sätteln und Zaumzeug mit Gebiß sowie mit “offenen Zügeln” aufgezäumt.  Renate bekam die gescheckte Stute “Vicky” und ich war auf der braunen “Sheila” unterwegs. Beide Pferde zeigten sich als sehr gut ausgebildet und reagierten hervorragend. Auf schmaler Asphaltstraße ging es gleich kräftig bergauf, bis wir auf Höhe der “Wasserversorgung Bodensee” aus dem Wald und auf die Hochfläche kamen. Unterwegs gab uns Susanne wertvolle Hinweise über das Verhalten mit Pferden auf Straßen, insbesondere bei Straßen-Überquerungen und Kreuzungen. Für uns sind diese Informationen enorm wichtig, da wir ja das Ziel haben, zu Pferde zu reisen. Nun ging es weiter über kleine Straßen und Forstwege bis zu einem traumhaften Aussichtpunkt hoch über dem See. Es war herrlich, hier hoch zu Ross zu sitzen und den Blick über den See bis zu den immer noch verschneiten Alpen schweifen zu lassen.

Von hier aus ging es dann wieder bergab, über Forstwege und schmalere Waldpfade. Eine steilere Strecke mussten die Pferde am Zügel geführt werden, was für uns wieder Anlass war, das Auf- und Absteigen im Gelände ohne Treppchen zu üben – geht doch! Der weitere Weg führte uns noch an dem romantisch/magischen Platz “die 7 Churfirsten” vorbei, einer interessanten Felsformation, die wir bereits von einem früheren Spaziergang kannten. Um so reizvoller war es, hier noch einmal zu Pferde zu sein. Es erschien uns als so normal und natürlich, hier mit Pferden unterwegs zu sein! Bald danach waren wir zurück am Hof, und nach der Prozedur der Huf-Kontrolle verabschiedeten wir uns sehr zufrieden. Der Ausritt führte zwar immer wieder über kleine Asphaltstraßen, aber die Ausblicke und die traumhafte Obstwiesen-Landschaft machten das leicht wett.

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Reitunterricht auf dem Weberhof, Holzkirchen

5. Mai 2010 1 Kommentar

Nachdem wir auf dem Reiterhof Aschbach mit dem Reiten begonnen hatten, fanden wir mit dem Weberhof in Holzkirchen eine Adresse zum Fortsetzen unserer Ausbildung, die für uns besser erreichbar und auch besser ausgestattet ist.

Ich habe mich hier mit dem Schulpferd “Moritz” angefreundet und Renate ist schon auf “Schnecke” geritten und lernt jetzt auf “Barsan”, mit dem sie zuweilen auf russisch schimpft – ist er doch ein Russe 😉

Seit wir hier sind und etwa zweimal wöchentlich Unterricht von zwei Lehrern (Andi und Christine) erhalten, machen wir gute Fortschritte. Von Andi bekommen nur wir Beiden zusammen Unterricht, bei Christine erfolgt der Unterricht in der Gruppe. In der Gruppe ist zwar logischerweise die Zuwendung durch den Ausbilder nicht so intensiv, aber dafür macht man wertvolle Erfahrungen in der Koordination mit anderen Reitern. So lerne ich z.B., dass mein “Moritz” zwar ein sehr freundliches und angenehmes Schulpferd ist, sich aber zuweilen etwas zickig benimmt, wenn ihm besonders unbeliebte “Kollegen” zu Nahe kommen. So muss ich halt mehr auf den ausreichenden Sicherheitsabstand achten.

“Leicht traben” macht Spaß, die Hufschlagfiguren werden besser und auch das “Aussitzen” beim Traben haben wir schon probiert. Hieran und am Galopp wird aber noch einiges zu üben sein. Wir brauchen beide noch viel Übung und Routine, bis wir unsere Ziel, zu Pferde zu reisen, realisieren können. Aber mit unserem intensiven Ausbildungsprogramm sind wir auf bestem Weg, machen (fast) jedes Mal Fortschritte und wir freuen uns schon immer auf den nächsten Reit-Termin.

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Ein Wochenende Westernreiten auf dem Goodhill-Hof in Eging am See

4. Mai 2010 4 Kommentare

Beim Stöbern im Internet fiel Renate ein Angebot des Goodhill-Reiterhofs auf, in dem ein Wochenende mit 2mal Übernachtung und Frühstück sowie 2mal je eine Stunde Reitunterricht und 2 Stunden Ausritt angeboten wurde plus einmal Eintritt in die Therme von Eging – alles für knapp 100€ pro Person!

Dies war Anstoß für uns, den ersten Reitausflug dieser Art zu unternehmen. Ausgerüstet mit warmer Kleidung fuhren wir im knackig kalten Februar 2010 nach Eging am See, fanden nach einigem Suchen den Reiterhof und wurden dort von Elisabeth (“Lissy”) und Daniel freundlich empfangen. Den Abend verbrachten wir gleich in der Therme, die wir sehr genossen. Hungrig vom Baden gingen wir in die lokale Pizzeria und staunten über die kaum zu bewältigenden Portionen.

Der nächste Morgen begann mit Pferde-Pflege und Unterricht. Da der Reiterhof über keinen Reitplatz im herkömmlichen Sinn verfügt, wurde im Kreis um eines der Hofgebäude geritten – keine schlechte Alternative. Vor dem Beginn des Unterrichts war es allerdings noch notwendig, die Reitstrecke an den Engstellen vom hohen Schnee zu befreien und die am schlimmsten vereisten Stellen mit Holzspänen zu bedecken. Wir halfen hierbei gerne mit und so wurde uns auch gleich warm 🙂 Der Rundkurs ging leicht auf und ab und bot bei dem teilweise vereisten Untergrund Gelegenheiten, Erfahrung zu sammeln. Am Ende der Stunde fühlten wir uns wohl in der hier angebotenen Western-Reitweise und hatten unsere Pferde kennengelernt.

Anschließend ging es nach kurzer Aufwärm-Pause gleich los zum Ausritt, bei dem uns Franzi als Führerin vorausritt. Durch tief verschneiten Wald, auf schmalen Pfaden entlang eines idylischen Bächleins, über freie Lichtungen mit Blick in die Ferne (soweit das trübe Wetter das erlaubte) ging es bergauf und bergab bis wir pünktlich den Rundkurs wieder am Hof beendeten. Der folgende Austausch mit Lissy und Daniel in der Küche bei viel heißem Kakao war hochwillkommen, denn die Kälte war auf die Dauer doch bis in die Knochen durchgedrungen! Um die Mittagszeit besserte sich dann sogar das Wetter und wir konnten schließlich bei strahlender Sonne einen schönen Winter-Spaziergang im weiteren Umfeld des Eginger See machen. Abends dann noch eine Einkehr im Eginger Gasthof (wow – was für Portionen!) und dann waren wir wirklich müde!

Der letzte Tag begann wieder mit einer Stunde Unterricht, wobei es diesmal u.a. galt, kleine Hindernisse (auf dem Boden liegende Stangen) zu überwinden sowie genau in “Parklücken” zu rangieren und dann rückwärts(!) wieder herauszureiten. Mein Pferd war insbesondere bei dem Spiel mit der Hindernis-Stange nicht so begeistert und ich hatte Gelegenheit, mein Durchsetzungs-Vermögen zu trainieren 🙂

Der folgende Ausritt ging dann – lustiger Zufall – auch an den Eginger See, teilweise denselben Weg, den wir gestern zu Fuß spaziert waren. Vom See ging es dann durch den Wald den Hang hinauf und im bissigen kalten Wind übers freie Feld. Die Pferde leisteten hier Erstaunliches, denn es ging durch unverspurten, hohen Schnee. Wir waren sehr beeindruckt, wie die Tiere hier sich durcharbeiteten! Zum Ende des Ausritts waren wir sehr zufrieden, aber auch dankbar für die warme Küche mit heißer Schokolade…

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Unser Reit-Einstieg

Begonnen hat alles bei unserem Treck im sibirischen Altai-Gebirge im Sommer 2006. Dort war parallel zu uns eine Reisegruppe unterwegs, die diese Route zu Pferd zurücklegte. Uns gefiel diese Art zu reisen auf Anhieb, nicht nur unter dem Aspekt “da bekommen nur die Pferde nasse Füße…”. So langsam wuchs danach bei uns der Wunsch, Reiten zu lernen um dann auf diese Weise Landschaften zu bereisen, die zum Fuß-Trekking nicht einladen.

Bis zum tatsächlichen Reitbeginn dauerte es dann noch eine ganze Weile – wir hatten ja keinerlei Übersicht über das Angebot an Unterricht und auch die Arbeit schränkte uns zeitlich noch zu sehr ein, um uns intensiver um das Thema zu kümmern. Dies wurde ab Mitte 2008 besser und wir hörten uns auf den Reithöfen in den umliegenden Dörfern um.

Schließlich kam uns Ende 2009 ein Kurs der Volkshochschule Miesbach “Sanfter Reiteinstieg für Erwachsene” wie gerufen! Es handelte sich hier um einen Kurs von 4*90 Minuten, der von Susanne Fuß, Reiterhof Aschbach, durchgeführt wurde. Gleich bei der zweiten Kurseinheit begrüßte Susi Fuß uns mit einem blauen Auge und Schrammen im Gesicht, vor sich Ausgaben aller lokalen Zeitungen, jeweils mit Artikeln zu dem selben Thema: Helikopter rettet Pferd aus dem Schlammloch. Wir waren leicht geschockt und ließen uns von Susi alle Details dieses Abenteuers genau erzählen, bietet es doch guten Einblick in das Pferdeverhalten und auch auf die Risiken dieses Hobbies. Auf jeden Fall war alles glimpflich abgelaufen und vor allem Susi war nicht ernsthaft verletzt – so ging also der Kurs weiter. Sie brachte uns schnell die Pferde und das Reiten näher und wir fassten bald Vertrauen zu den Pferden. Nach den vier Kurseinheiten war für uns klar, dass wir dabei bleiben um unser Ziel, mit Pferden zu reisen, bald umzusetzen.

In den anschließenden Wochen waren wir teilweise zweimal je Woche zum Unterricht in Aschbach. Zu Beginn ritten wir an der Longe, waren aber bald sicher genug, um uns frei auf dem Reitplatz zu bewegen. Die Gangarten Schritt und (leichter) Trab wurden uns mehr und mehr vertraut, und auch der Galopp wurde mal probiert, aber daran muss später noch mehr geübt werden. Zwei kleine Ausritte ins Gelände, bei denen Susi uns zu Fuß begleitete, lockerten das Programm auf und brachten zusätzliche Erfahrung über das Verhalten der Pferde im hügeligen Gelände.

Der einbrechende Winter sorgte leider dafür, dass der Reitplatz nicht mehr nutzbar war und wir mussten im Schutz des Rundzeltes trainieren. Dies war insofern eine Einschränkung, als wir aufgrund des geringen Platzangebots immer hintereinander her reiten mussten. Dies war für den hinten Reitenden leider weniger lehrreich, weil sein Pferd einfach hinterherlief.

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Nach und nach empfanden wir die Einschränkungen des kleinen Rundzeltes sowie die eine oder andere Eigenheit unserer Schulpferde zunehmend als lästig und darüber hinaus wurde uns auch die regelmäßige Fahrt nach Aschbach zu lang. So beschlossen wir, dem Reiterhof Aschbach Adieu zu sagen und fanden einen neuen Platz zum Lernen auf dem Weberhof in Holzkirchen.

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